Unglaublich!

admin Mai 14th, 2008

Die Grünen haben sich Zeit gelassen - aber nun sind sie hier!

Lassen wir zuerst das Plakat sprechen, bevor der Politologe spricht bzw. schreibt.

Es grünt so grün bei den Grünen

Das hat bisher niemand zu behaupten gewagt:
Tirol kriegt die Kurve!

Ein genialer Slogan, der - das darf einschränkend gesagt werden - ein wenig sexistisch klingt. Aber das zeigt in Wirklichkeit nur von dem ununterbrochenen, um nicht zu sagen: permanenten Entwicklungsschub, den die Grünen entwickeln.

War man vor Jahrzehnten noch der Meinung, dass Grüne für so seltsame Dinge wie Rotationsverfahren und Basisdemokratie stehen, in dem jeder/r eine Meinung nicht nur haben, sondern sogar sagen darf, ist die Partei endlich das geworden, was Österreich von ihr erwartet: saturiert.

Damit ist nicht selbstzufrieden gemeint, wie das in Meyers Lexikon definiert ist, sondern  Übersättigung im positiven Sinn:
zufrieden gestellt, wie es im Duden heißt.

Man kennt den Vorsitzenden seit Jahren, man ist “gewöhnt an sein Gesicht”, wie es in “My fair lady” so schön über ihn heißt.
Er sagt noch immer kluge Sätze, auch wenn diese nichts nützen.
Sein Optimismus erinnert an einen Dalai Lama der Alpen - van der Bellen ist schließlich Tiroler.

Sein Vertreter in den Bergen heißt Willi - und auch den kennt man und frau seit vielen, vielen Jahren. Er ist kein Wilder auf der Maschin - siehe den fetzigen SPÖ-Hauptmann - , sondern ein Radfahrer mit katholischem Hintergrund.

Auf alls das weißt das Plakat hin, ohne Hinweis auf die grünen Politiker.
Die kennen alle.

Und deshalb ist die Wahl gelaufen!

Wählt alle die Grünen, die beständigste aller Parteien!

Alles ganz anders!

admin Mai 8th, 2008

Bis vor kurzem wurde von Experten (nicht von Expertinnen!) die FPÖ als wählenswerte Partei empfohlen, nun ist alles anders - die ÖVP schlägt zu. In aller Schönheit, wie es ihren Führern entspricht.

Von oben betrachtet ist alles schön!

Raunzer werden die Aussage des Plakates für arrogant halten, Wissenden ist klar: die ÖVP steht über allen Dingen.

Heute sagte der Parteisekretär der ÖVP laut Ö1 Magazin den schönen Satz:
“Wir sind gegen Postenschacher, daher soll wieder ein ÖVP-ler als Kommissar nach Brüssel gehen.”

Das war nämlich bisher immer der Fall, daher soll es so bleiben, weil das ist eben kein Postenschacher, weil die ÖVP schon immer den Kommissar - und sogar eine Kommissarin! - gestellt hat und daher wäre es ein Postenschacher, wenn nun ein anderes Parteimitglied Kommissar würde. Ganz zu schweigen von einer Revolution wie der Entsendung eines Nirgends-Parteimitglieds!
Erstens gibt’s das nicht - und wenn doch, handelt es sich um eine problematische Person, die sich nicht entscheiden kann. Auch hier, das sollte einmald gesagt sein, steht die Partei über allem.

Aber das nur nebenbei, denn der Analytiker kann nur fassungslos vor diesem Foto stehen.
So schön ist Tirol!
Das alles hat die ÖVP gebaut!
Mit Hilfe von Andreas Hofer (vulgo Ledersberger) und anderen!

Unten winden sich die Würmer, pardon: die anderen Parteien, oben ruht der Weitblick der ÖVP.

Und weil alle oben stehen möchten - auch wenn dort wenig Platz ist, weil der ganze Berg bereits von ÖVP-Politikern besetzt ist - deshalb sagt der Experte:

Leute, wählt alle ÖVP!
Dann ist euch ein Platz am Gipfel des Berges sicher.

Die beste aller FPÖs

admin Mai 6th, 2008

Bei der FPÖ geht alles zwar nicht flott, aber genau. Das Plakat wirbt mit einer derartigen Fülle an Informationen, dass wir den geneigten Leserinnen und Lesern gleich eine Gebrauchsanweisung mitliefern.

Hier das Ergebnis der Denkfabrik FPÖ:

Die Freien

Die Analyse des Plakats lässt sich zusammenfassen in dem Wort: unglaublich!

Wie Sie sehen, versucht die FPÖ die Resultate ihres Denkprozesses zusammenzufassen, was schwer ist, weil der Weitblick der freiheitlichen Politiker (die weibliche Anrede kann hier glücklicherweise eingespart werden, weil bisher keine Frau bei der FPÖ zu sehen ist, sie muss Zuhause das Essen warm halten) alle Dimensionen sprengt.

Der FPÖ ist es gelungen, das gesamte Programm der Partei auf ein Plakat zu komprimieren, um nicht zu sagen zusammenzupressen.

“Soziales Gewissen heißt: Soziale Sicherheit für unsere Leut’.”

So ist es, denn nur wir Tiroler sind Tiroler und darum ist Tirol unser Land, weil wir Tiroler sind.

Dieses Argument lässt die Gegner erstarren, denn so intellektuell hat bisher kaum jemand argumentiert. Was soll der ganze christliche Quatsch von “Liebe deinen Nächsten” und so, wenn wir nicht unter uns Tirolern bleiben?

Wer einwendet, ich sei ein Wiener, bloß weil ich dort geboren bin, dem sage ich hier und auf der Stelle:
Stimmt nicht.

Andreas Hofer hieß bekanntlich Andreas Ledersberger. Er benannte sich in Hofer um, weil das leichter verständlich ist und besser ins Lied passt. So gesehen bin ich ein echter Tiroler und gegen alles Untirolerische! Zum Beispiel gegen Muezzine, oder wie die heißen.

Wie schön es ist, bei Glockenklang in der Nähe des Domes aufzuwachen kann nur ein echter Tiroler empfinden. Da kracht und scheppert es, dass einem die Lust am Schlaf sofort vergeht. So ist es gut, denn der Mensch ist nicht zum Schlafen geboren, sondern zum - naja, das weiß eh jeder und jede, schließlich steht alles in der Bibel.

Jedenfalls bin ich gegen Gesang am Morgen und für Glockenlärm. Das gehört zu uns wie der Neusiedlersee zu den Burgenländern.

“Tirol die Treue” ist eine Selbstverständlichkeit, denn einer Frau kann ein echter Tiroler nicht treu sein, weil diese wankelmütig, Tirol hingegen ein einziger Berg ist.

So leid es mir tut, lieber Hannes - ich bleib Tiroler und werd dir untreu.

Meine Wahlempfehlung:
Wählt alle FPÖ, die modernste aller Parteien!

Achtung, Wahlen!

admin Mai 5th, 2008

Nicht nur die EM wirft ihre Schatten voraus, auch die Wahl zum Tiroler Landtag.

Die fähigsten Werbemenschen des Landes haben sich in die Schlacht geworfen, um Intelligenz mit Ästhethik zu einem wunderbaren Gemisch zu vereinen. Die Betrachter wissen gar nicht, wohin sie blicken sollen:
allüberall sachliche Aussagen, brilliante Formulierungen und kluge Menschen.
Hier das Ergebnis der SPÖ-Denkerinnen und Denker:

Wahlen in Tirol 2008

Dem Analytiker fällt sofort die intelligente Kombination von Dienen und Habt-Acht-Stellung auf. Hier soll offensichtlich aufmerksam gemacht werden auf den Beruf des Hannes (Genosse Gschwendtner, aber so sagen nur Außerirdische zum Hannes). Er war einst, nein, nicht Rocker, sondern Gendarm, also ein Kollege des beliebten Ministers des Inneren in Wien, dem Güntha (Platter).

Der will bekanntlich auch zurück nach Tirol und so freuen wir uns schon auf den übernächsten Wahlkampf, wenn es in Tirol das Duell Polizist gegen Polizist geben wird. “High Noon” ohne Gangster sozusagen, weil alle Politiker gut sind.

Zurück zum Plakat. Schwer kann sich der Blick von dem tollen Mannsbild, dem easy rider aus den Alpen lösen. Wenn es endlich gelingt, folgt der Worthammer, die Forderung für die nächsten Jahre:

“Jetzt aber flott!”
Das ist die Wiederholung des Spruches von einer Zeile vorher, damit die Botschaft ankommt. Ein außergewöhnlich kluger, ja meisterlicher Schachzug der Werbetexter.

“Einkommen rauf.
Wohnkosten runter.”

Mit diesem Hammerargument weiß unser Hannes das Volk auf seiner Seite. Nur mehr ewige Jammerer werden darauf hinweisen, dass der Hannes seit Jahren das Land Tirol regiert, denn schließlich geht es um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit.

Leute, wählt SPÖ!
Denn mit diesem Wilden auf der Maschin und seinem Programm wird alles besser!

Zumindest bis zum nächsten Wahlplakat, das hier demnächst vorgestellt wird.
Vielleicht hat jemand noch bessere Argumente?
Lassen Sie sich überraschen.
Das Plakat der FPÖ folgt.
Denn alle Welt soll wissen, warum Demokratie nur mit bewussten und gebildeten Menschen funktionieren kann.

Landeshauptmann neu

admin April 17th, 2008

Der österreichische Innenminister Platter arbeitet beharrlich an seiner Rückkehr nach Tirol.

Besser gesagt: an seinem Rücktritt als Minister. Er will dem Untersuchungsausschuss des Parlaments, also unserer gewählter Vertreter, so wenig Unterlagen wie möglich geben. Er sei für den Datenschutz.

Ausgerechnet er, der am liebsten überall Videokameras anbringen würde, setzt sich für Datenschutz ein. Ein kurioses Unterfangen.

Ursache ist natürlich etwas Anderes:
der Untersuchungsausschuss beschäftigt sich mit Unregelmäßigkeiten in jenem Ministerium, das seit Jahren von der ÖVP geführt wird. Da ist zum Beispiel von Postenschacher und internen Mitteilungen an die ÖVP-Zentrale die Rede. Das muss geschützt werden!

Ein Minister dieser Denkart scheint er, laut einer Untersuchung der Tiroler Bezirksblätter, als Tiroler Landeshauptmann noch besser qualifiziert zu sein als der derzeitige van Staa.

Hoffentlich ein Irrtum des Meinungsforschungsinstitutes!

Next »